22) Sonnenbrand im Winter

Veröffentlicht am 22. Februar 2026 um 14:00

Am Sonntagabend hatte ich noch Besuch von meinen Freunden Daniel und Anja. Da merkte ich schon, dass sich mein Mund irgendwie noch seltsamer anfühlt als die Tage davor. Essen tat weh, plötzlich bekam ich Zahnschmerzen – und ich wusste: Da verändert sich gerade etwas.

Am Montag fuhr mich mein Papa zur Bestrahlung. Danach waren wir noch bei meinem Onkel auf einen Kaffee und einen Krapfen. Im Nachhinein war das mit dem Krapfen vielleicht nicht die beste Idee, wenn mein Mund ohnehin schon nicht ganz „top“ war. Die Tage darauf musste ich es ein bisschen büßen.
Trotzdem sind genau solche Momente schön. Es ist einfach schade, dass zwischen uns eine doch größere Distanz liegt, denn wenn wir uns sehen, ist es immer besonders fein.

In den nächsten Tagen wurde es dann deutlich schlimmer. Meine Zunge ist ganz weiß, an den seitlichen Rändern teilweise offen. Mein Hals fühlt sich an wie bei einer beginnenden Erkältung. Schlucken tut weh, Essen ist mühsam und manchmal wirklich eine kleine Überwindung. Man merkt erst, wie selbstverständlich Essen ist, wenn es plötzlich schmerzt.

Am Faschingsdienstag ging es mir in der Schule nicht besonders gut. Die Übelkeit quälte mich und mein Mund war ständig offen, weil alles so wund ist. Dieser Tag hat mich ehrlich gesagt etwas frustriert. Anja, Lara und Daniel feierten im Ort Fasching – bei uns ist das eine richtig schöne Tradition. Man zieht den ganzen Tag verkleidet durch den Ort, wird bei verschiedenen Stationen mit Essen und Getränken versorgt und es ist einfach immer ein unglaublich lustiger Tag.
Ich feierte meinen Fasching also in der Schule – mit meinen Klassenkameradinnen. Auch schön, aber eben anders. Und manchmal darf man auch zugeben, dass man lieber woanders gewesen wäre.

Am Nachmittag holte mich mein Taxi wieder ab und brachte mich nach Vöcklabruck. Und ich muss sagen: Ich hasse Autofahren mittlerweile wirklich. Man stellt es sich bequem vor, weil man ja chauffiert wird. Aber wenn man täglich mit einer gewissen Grundübelkeit lebt, sind drei Stunden Autofahrt alles andere als angenehm. Man zählt jede Minute. Alleine deshalb freue ich mich schon so sehr, wenn diese Zeit vorbei ist.

Zum Glück habe ich vom Krankenhaus eine Mundspülung und Lutschtabletten bekommen – damit wird es zwischendurch besser. Gegen die Übelkeit habe ich ebenfalls etwas verschrieben bekommen, und seit ich morgens gleich eine nehme, ist es deutlich leichter. Kleine Dinge, die im Moment viel ausmachen.

Die Bestrahlungen liefen diese Woche eigentlich wie gewohnt – nur am Freitag habe ich eine Veränderung bemerkt. Plötzlich wurde es während der Bestrahlung warm. Ich spürte die Wärme deutlich am Hals. Es tat nicht weh, aber es war unangenehm. Links und rechts am Hals sehe ich mittlerweile leichte Rötungen. Nach der Bestrahlung fühlt es sich ein wenig wie ein leichter Sonnenbrand an – und das im Winter.
Trotzdem bin ich einfach froh, dass die zweite Woche vorbei ist – und dass ich nur noch fünf Bestrahlungen vor mir habe. Dieser Gedanke motiviert mich gerade sehr.

Jetzt heißt es lernen. Nächste Woche warten drei Prüfungen auf mich. In letzter Zeit wird mir das Wochenende immer zu kurz. Ich merke, wie sehr ich meinen Schlaf brauche. Gleichzeitig möchte ich mich bewegen, aktiv sein – doch diese Kombination funktioniert gerade nicht wirklich gut. Mein Körper fordert Ruhe, mein Kopf will Leistung bringen.

Im April steht meine praktische Diplomprüfung an. Ich hoffe sehr, dass sich bis dahin dieses starke Gefühl der Erschöpfung wieder legt und ich dort mit voller Kraft meine Leistung erbringen kann.

Wie sich die letzten fünf Bestrahlungen anfühlen werden und was danach meine nächsten Schritte sind, erzähle ich euch nächsten Sonntag um 14:00 Uhr.

Bleibt gesund 🤍

eure Theresa

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