Am Montag, dem 2. März, fuhr mich meine Mama ins Krankenhaus. Auf der onkologischen Ambulanz wurde ich gleich in ein Untersuchungszimmer gebracht und dort wurde mir Blut abgenommen. Kurz darauf bekam ich bereits eine Infusion – Flüssigkeit und Schmerzmittel.
Es dauerte fast zwei Stunden, bis das Ergebnis aus dem Labor da war. Mein CRP lag bei 180 mg/L (Normalwert: < 5 mg/L). Ein so hoher Wert weist auf eine starke akute Entzündung oder Infektion hin, deshalb wurde ich stationär aufgenommen.
Zu Beginn hat mich diese Information wieder etwas traurig gemacht, doch ich wusste auch, dass es jetzt einfach nicht mehr anders geht.
Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon fast fünf Tage nichts mehr richtig gegessen oder getrunken. Die Infusionen am Wochenende hatten zwar etwas geholfen, aber das reichte einfach nicht mehr aus.
Ich kam wieder auf die gleiche Station, auf der ich bereits meine ersten zwei Chemotherapien hatte. Im Zimmer angekommen wurde ein Erstgespräch geführt – eigentlich hauptsächlich mit meiner Mama, da meine Stimme kaum mehr da war und ich nur noch flüstern konnte.
Zusätzlich wurde eine Ernährungsberatung hinzugezogen, da ich durch meine starken Schluckbeschwerden nicht essen konnte. Die Beraterin kannte ich sogar aus der Schule, deshalb habe ich mich über ihren Besuch wirklich sehr gefreut. Schon während der Chemotherapie war sie öfter bei mir gewesen. Ich bekam hochkalorische Puddings und spezielle Getränke, damit mein Körper zumindest etwas Energie bekommt.
Außerdem wurde noch ein Nasenabstrich gemacht, um Covid-19, Influenza oder RSV auszuschließen.
Am Montagabend schlief ich ziemlich früh ein, weil ich einfach komplett erschöpft war.
Am Dienstagvormittag kam plötzlich der Primar der Station mit Schutzkleidung in mein Zimmer.
Er erklärte mir, dass ich RSV-positiv bin. Dieses Virus verursacht Infektionen der oberen und unteren Atemwege und erklärte meine starken Halsschmerzen, den Husten und den Schnupfen. Durch die RSV-Infektion musste ich alleine im Zimmer bleiben. Jedes Mal, wenn jemand zu mir kam, musste die Person Schutzkleidung anziehen, um das Virus nicht weiterzutragen und keine anderen Patientinnen und Patienten, die immungeschwächt sind, anzustecken.
Da mein Gewicht weiter gefallen war, bekam ich zusätzlich PeriOlimel. Das ist eine hochkalorische Emulsion, die über die Vene verabreicht wird und den Körper mit Energie versorgt, wenn Essen kaum möglich ist.
Zusätzlich wurde mein Hals gelasert. Das hilft dabei, dass sich die Zellen schneller regenerieren und die Schleimhäute besser heilen können.
Trotzdem merkte ich von Tag zu Tag, wie mein Hals und auch mein allgemeiner Zustand langsam besser wurden. Meine Tage bestanden eigentlich aus Fernsehen, Schlafen und Besuchen – und so verging die Zeit dann doch schneller als gedacht.
Am Freitag kam erneut der Primar zu mir ins Zimmer und erzählte mir, dass ich nach Hause darf. Darüber habe ich mich unglaublich gefreut, denn ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass ich das Wochenende noch im Krankenhaus bleiben muss.
Am Freitag bekam ich dann auch gleich Besuch von meinen Freundinnen zu Hause, was mich besonders gefreut hat. Am Wochenende ging es mir eigentlich schon wieder ganz gut – noch etwas Schnupfen und Husten, aber im Vergleich zu den Tagen davor fühlte ich mich fast wieder gesund.
Trotz allem bin ich jetzt mit meinen Behandlungen fertig.
Im Juni wird wieder eine Blutbildkontrolle gemacht und in sechs Monaten folgt ein PET-CT, bei dem man mögliche Krebszellen erkennen könnte.
Jetzt heißt es eigentlich nur noch: vertrauen und hoffen, dass bei den nächsten Untersuchungen alles in Ordnung sein wird.
Auch wenn ich jetzt das Schlimmste hinter mir habe, habe ich ehrlich gesagt große Angst vor diesem Gefühl vor jeder Kontrolle – vor dem Warten und der Hoffnung, dass man nicht hört, dass der Krebs zurück ist.
Man soll jetzt auch besonders auf seinen Körper hören und darauf achten, ob man ähnliche Symptome wieder erkennt. Doch um ehrlich zu sein, waren meine Symptome damals so unspezifisch, dass man sich damit auch ziemlich verrückt machen könnte.
Irgendwie war das alles ein so „unschönes“ Ende, dass ich es kaum glauben kann, dass meine Behandlung jetzt offiziell beendet ist. Für mich wird es sich wahrscheinlich erst in sechs Monaten wirklich wie ein Ende anfühlen – wenn ich beim CT mit Kontrastmittel sehe, dass nichts mehr leuchtet.
Am 15. September 2025 hatte ich meine erste Chemotherapie und am 27. Februar 2026 meine letzte Bestrahlungseinheit. Eigentlich ist es verrückt, wie schnell diese Zeit vergangen ist. Wenn ich zurückdenke, gab es viele Tage, an denen ich das Gefühl hatte, dass diese Reise ewig dauern würde. Und trotzdem sind jetzt plötzlich Monate vergangen. Ich werde meinen Blog deshalb jetzt mehr oder weniger beenden.
Im Juni möchte ich euch aber noch einmal ein Update geben, wie die Nachuntersuchungen waren und wie es mir bei meinen Prüfungen gegangen ist.
Ich danke jedem einzelnen von euch, der meine Blogeinträge gelesen hat und sich dadurch vielleicht ein besseres Bild von einer Krebsdiagnose, der Therapie und den damit verbundenen Höhen und Tiefen machen konnte.
Diese Krankheit ist für alle Beteiligten schwer. Jeder hat seine Ängste und Sorgen. Doch für einen Betroffenen da zu sein, den Menschen zu sehen und nicht nur die Krankheit, das bedeutet unglaublich viel.
Wenn ich nur einer Person zeigen konnte, dass Krebspatienten genauso lachen, tratschen und – zumindest war es bei mir so – auch einfach unter Menschen sein wollen, dann habe ich mit diesem Blog mein Ziel erreicht.
Ich wünsche euch allen, dass ihr niemals persönlich mit dem Thema Krebs konfrontiert werdet. Für eure Zukunft wünsche ich euch alles Gute und vor allem Gesundheit – Schätzt, was ihr habt – denn niemand weiß, wie viel Zeit uns wirklich bleibt.
Danke.
Eure Theresa ❤️✌🏻
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Liebe Theresa, deinen Blog hab ich heute zum 1. Mal gelesen und es hat mich sehr bewegt. Ich bewundere deine unglaubliche Kraft mit dieser Krankheit umzugehen und ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du den Kampf gewinnst, dass du wieder ganz gesund wirst und dass dir deine Lebensfreude immer erhalten bleibt. Dir und deiner Familie in Freundschaft verbunden Helidi Atteneder