16) Der Stand der Dinge

Veröffentlicht am 11. Jänner 2026 um 14:00

Warten. Warten. Warten 
Wie ich im letzten Blog schon geschrieben habe, gehört Geduld nicht zu meinen Stärken. Trotzdem verliefen die meisten Tage erstaunlich ruhig.
Ich habe versucht, sie einfach kommen und gehen zu lassen. Manchmal gelang mir das gut, manchmal weniger.

In dieser Woche habe ich begonnen, an meiner Facharbeit für die DGKP-Ausbildung zu schreiben. Mein Thema lautet Ethische Maßstäbe in der Pflege – Anspruch und Wirklichkeit unter Ressourcenknappheit.
Ich bin die Einzige aus meiner Klasse, die kein Krankheitsthema gewählt hat. Zum einen wollte ich etwas anderes machen als die meisten, zum anderen wollte ich mich bewusst nicht noch intensiver mit einer weiteren Erkrankung beschäftigen.

Zusätzlich gab es kleine Ablenkungen im Alltag. Diese Woche waren wir zweimal Eisstockschießen. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das so viel Spaß machen würde.

In diesen Tagen habe ich auch bemerkt, dass mein Freund nervöser wirkte als sonst. Er ist mir eine große Stütze, auch wenn er vieles nicht in Worte fasst.

Die Tage vergingen schneller als gedacht, und plötzlich war es Donnerstagabend. Ein kurzer Besuch bei meiner Großcousine / Firmpatin und ihren Kindern tat mir sehr gut. Ich habe mit den beiden Jungs Sticker in ein Buch geklebt. Solche einfachen Augenblicke zeigen mir immer wieder, wie wertvoll Alltäglichkeit sein kann. Nicht alles, was bleibt, muss groß oder besonders sein.

Am Freitagmorgen holte mich meine Mama bei meinem Freund ab, und wir fuhren gemeinsam ins Krankenhaus. Mein Termin zur Befundbesprechung war um 9:15 Uhr.

In der letzten Zeit wurde ich immer wieder gefragt, was ich selbst glaube – ob der Krebs noch da ist oder nicht. Meine Antwort war selten die erhoffte, denn mein Bauchgefühl sagte dass er noch nicht ganz verschwunden ist. Ich neige dazu, mich innerlich auf das Schlimmste vorzubereiten.

Meine Ärztin erklärte mir dann die Ergebnisse des PET-CTs vom 23.12.2025.

Der Krebs ist noch da.

Ich habe nicht gesprochen. Ich habe geweint.

Auch wenn ich innerlich damit gerechnet hatte, war es schwer zu hören. Die Enttäuschung war da – ganz still, aber deutlich spürbar.

Es gibt auch positive Entwicklungen: Der 7 cm große Tumor im Brustbereich ist inzwischen inaktiv. Im Halsbereich sind jedoch beidseitig jeweils zwei Lymphknoten noch aktiv. Diese müssen bestrahlt werden. Wie genau die Behandlung ablaufen wird, erfahre ich bei einem Spezialisten. Am 27.01. habe ich dazu mein Erstgespräch im Bestrahlungszentrum in Vöcklabruck.

Viele Betroffene haben mir gesagt, dass die Bestrahlung im Vergleich zur Chemotherapie weniger belastend sei. Trotzdem fällt es mir schwer, diesen nächsten Schritt anzunehmen. Die Vorstellung macht mir Angst – und gleichzeitig weiß ich, dass er notwendig ist.

Meine Stimmung ist im Moment eher gedämpft, deshalb beende ich diesen Blog an dieser Stelle. Ich hätte mir andere Nachrichten gewünscht, aber im Moment ist es so.

Bis bald
eure Theresa 🤍

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